20 Jahre Lahn-River-Chapter  Jubiläumsfahrt in die Ardennen vom 14. – 17. Mai 2015


In diesem Jahr feiert das Lahn-River-Chapter sein 20-jähriges Bestehen. Traditionell wird zu einem solchen Anlass eine mehrtägige Jubiläumsausfahrt organisiert und durchgeführt. Ziel der viertägigen Reise, zu der sich über 40 Chaptermitglieder angemeldet hatten, waren die belgischen und französischen Ardennen.

Also trafen sich am Himmelfahrts-Donnerstag 28 Motorräder und zahlreiche „Besenfahrzeuge“ am vereinbarten Treffpunkt in Beselich (hoffentlich zu keinem Himmelfahrtskommando). Sonnenschein und milde Temperaturen sorgten schon bei der gegenseitigen Begrüßung für gute Laune. Pünktlich um 9:30 Uhr konnte dann gestartet werden. Aber halt, da fehlen doch noch zwei Holländer! Mit etwas Verspätung wurden aber auch diese beiden Bikes durch die Nachhut noch an die beiden Gruppen unter Leitung von RC Peter S. und RC Peter H. herangeführt.

Über Limburg und Koblenz erreichten wir nach ca. 90 Autobahnkilometern den ersten Tankstopp am Rasthof Elztal. Hier mussten alle Bikes nochmal Sprit fassen, damit unser Ziel ohne weitere Tankeinlage von Allen bequem erreicht werden konnte. Ein problematischer Mobilfunkturm sorgte hier allerdings schon für erste Probleme: Döppis Alarmanlage quittierte die Störstrahlung mit ohrenbetäubendem Lärm, manche behaupteten, bei Döppi piepts wohl! Außer Reichweite nahm die Road King dann doch wieder ihren Dienst auf und es ging weiter in Richtung Vulkaneifel. Über die B410 erreichten wir zunächst Gerolstein und dann Prüm. Hier hatte Peter S. im Landhotel Wenzelbach ein Mittagessen organisiert. Nach anfänglicher Verwirrung mit den zugehörigen Beilagen (wann kommen die Pommes? Was um alles in der Welt ist in diesem „Döppekoche“ drin?) hat aber schließlich doch jeder Biker sein bestelltes Essen erhalten. Schwere Kost, wie sich anschließend herausstellte, denn der Eine oder Andere hat sich das Essen nochmals ausgiebig durch den Kopf gehen lassen! Vielleicht wäre ein Schnaps nach dem Essen doch hilfreich gewesen!

Schließlich haben beide Bikergruppen wieder Fahrt aufgenommen und kurze Zeit später war auch schon die deutsch-belgische Grenze erreicht. Durch einsame Eifel- und Ardennendörfchen erreichte die Gruppe Peter S. gegen 16:00 Uhr des Städtchen La Roche en Ardenne. Von hier aus waren es dann nur noch ca. 12 km bis Marcourt zu unserem Hotel „La Grand Cure“. Vorher wurden natürlich nochmal alle Bikes vollgetankt, damit’s am nächsten Tag ohne Verzögerung losgehen kann! Gegen 16:30 Uhr konnten sich dann alle Biker um Peter S. ihrem wohlverdienten Feierabendbier widmen. Peter H. hingegen nutze mit seiner Gruppe die Gunst der Stunde am Nachmittag bereits zu einer kleinen „ Ardennenrundfahrt“ in teils schwierigem Geläuf, um Land und Leute kennenzulernen. Schade, dass kurze Zeit später der trübe Himmel zu weinen begann, sodass die ersten Mopeds bereits am Donnerstag eine Dusche erhielten! Nach der Zimmerverteilung und dem Einzug waren sich alle Teilnehmer einig: Peter S. hat diesmal ein goldenes Händchen bei der Hotelauswahl beweisen. Mit einem Wort: empfehlenswert!

Beim Abendessen vom Buffet sorgte „Sister S.“ dann mit einem Rundgang von Tisch zu Tisch für Lachfalten und gute Laune. So muss das sein als gute Secretary!

Der zweite Tag begann, wie der Erste endete: der Himmel hatte seine Schleusen weit geöffnet. Nach einem ausgiebigen Frühstück vom gut gefüllten Frühstücksbuffet wurde die Abfahrt kurzerhand von 9:30 auf 11:00 verschoben. Die anstehende Tour wurde entsprechend verkürzt und weil der Regen zwischenzeitlich aufgehört hatte, konnten beide Bikergruppen pünktlich aufbrechen durch das L´Ourthe-Tal über Hotton nach Durbuy, der kleinsten Stadt Belgiens. Die ursprünglich geplante Mittagspause in diesem malerischen Ardennenstädtchen entwickelte sich aufgrund der frühen Tageszeit eher zum Brunchbreak, denn zum Lunchbreak. Einige Biker genehmigten sich belgische Waffeln und Cappuccino, andere wiederum genossen original belgische Fritten. Gegen 13:30 Uhr nahmen beide Bikergruppen dann die ursprünglich geplante Tour über Remouchamps, Trois Ponts, Vielsalm, Salm Chateau und Baraque Fraiture in Angriff. Bei herrlichem Sonnenschein und kurvigem Geläuf war Natur pur zu bestaunen, bevor das nächste Highlight des Tages erreicht wurde: die Chocolaterie Defroidment in Erezeè. In einer Schokoladenmanufaktur mit angeschlossenem Museum war alles Wissenswerte zur belgischen Spezialität zu erfahren und es konnte natürlich auch ausgiebig eingekauft werden. Hier konnte keiner der süßen Versuchung wiederstehen und so wurden zahlreiche Satteltaschen und Koffer mit der süßen belgischen Sünde gefüllt. Bei herrlichem Sonnenschein wurden auf der Terrasse vor der Manufaktur zahlreiche Heißgetränke und Schokoladencookies genossen. So schön kann das Bikerleben sein! Auf der anschließenden Fahrt zum Hotel wurden dann die Straßen und Kurven nochmal richtig eng, so dass sich jeder nochmal austoben konnte. Unser Feierabendbier konnten wir dann auf der sonnenüberfluteten Hotelterrasse genießen und ein herrlicher Tourentag ging zu Ende.

Zum Dinner war an diesem Abend dann Menü angesagt. Alle Tische waren stilvoll eingedeckt und der „Gruß aus der Cuisine“ ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Doradentartare als Vorspeise wurde dann ein Schweinesteak als Hauptgericht serviert. Hier kam es dann an manchen Tischen zu tumultartigen Szenen bei der Tellerverteilung mit unterschiedlich großen Fleischstücken, die aber schlussendlich doch noch friedlich geregelt werden konnten. Nach einem opulenten Mahl und Benzingesprächen im Hotelrestaurant und auf der Raucherterrasse beendeten alle Harley-Cruiser einen herrlichen Tag mit der wohlverdienten Nachtruhe….

….oder wurden manche Zimmer doch noch von unserem Freund Jacky D. heimgesucht?

Am 3. Tag konnte man beim Frühstücksbuffet erneut die entsetzten Aufschreie einiger Biker hören: es regnet, es regnet!!! Dabei hatte der eine oder andere Teilnehmer auf der Raucherterrasse ein paar Regentropfen ausgemacht, die sich aber schnell wieder in Luft aufgelöst haben. Pünktlich um 9:30 Uhr konnte die Tour in Richtung französische Ardennen gestartet werden. Über La Roche und einen „Ardennen-Highway“ steuerten wir den ersten Tankstopp in St. Hubert an. Nach kurzem Ritt über kurvige Ardennensträßchen erreichten wir das Ziel für eine Kaffeepause: das Städtchen Bouillon (wurde hier evtl. die gleichnamige klare Fleischbrühe erfunden?) Nach reichlich Kippen und Kaffee führte uns der Weg dann an der Semois entlang zur belgisch-französischen Grenze. Unterwegs war bei einzelnen Mitfahrern eine Schraube locker oder es machte sich eine „Tüte“ selbstständig, und nachdem alle Schrauben wieder angezogen waren, erreichten wir den französischen Teil der Ardennen. RC Peter H. ´s Gruppe hatte sich zwischenzeitlich etwas verkleinert, da einige Biker ausbüchsten, um beim örtlichen Dealer unseren Bernie bei der Auswahl der richtigen Bremsbeläge zu unterstützen. Natürlich nutzte man auch die Gelegenheit zum Einkauf der allseits beliebten Händler-T-Shirts. Bei zunehmender Bewölkung erreichte der Rest dann das französische Kleinstädtchen Montthermè, direkt an der Maas gelegen. Hier hatte Peter S. im Vorfeld bereits ein Restaurant ausfindig gemacht und reserviert. Hier wurden dann Ardennenspezialitäten zum Mittagessen gereicht. Die wollten sich Pfeiffer`s auch nicht entgehen lassen, und erwarteten uns mit ihrem blauen Freiluftflitzer bereits. Nach der Mittagspause cruisten wir noch eine Weile an der idyllischen Maas entlang, bevor es durch dichte Ardennenwälder wieder in Richtung St. Hubert und La Roche ging. Mittlerweile hatten sich die Schleusen des dunklen Himmels auch geöffnet, so dass Bike’s und Biker durchnässt im Hotel eintrafen. Dem Wetter zum Trotz widmete sich Bernie dann aber gleich den Bremsen seiner „Red Thunder“, damit einer gefahrlosen Heimreise am nächsten Tag nichts mehr im Wege stehen konnte.

Zum Abendessen erwartete uns der Küchenchef wieder mit einem leckeren Menü und unser Präsident bedankte sich in einer kleinen Ansprache bei unserer Hotelchefin Helene mit einem Blumenstrauß für den freundlichen und nette Empfang im La Grande Cure. Er „adelte“ das Hotel als absolute „Nummer 1“ der bisher besuchten Chapterhotels (welches Hotel in diesem Ranking wohl den letzten Platz belegt?) und kann das Hotel nur weiterempfehlen. Helene bedankte sich für die netten Worte mit einem Dessert der Spitzenklasse aus feinster belgischer Schokolade.

Am nächsten Morgen war dann recht frühzeitig hektische Aufbruchstimmung zu spüren. Es wurden Gepäckstücke geschleppt, Bike’s bepackt und Hotelrechnungen bezahlt – die Heimreise stand auf der Tagesordnung! Entsetzt stellt Tobi aber fest, das sein „Baby“ leckt – pardon – sein „Revier markiert“! Hoffentlich kommt er noch bis nach Hause! Nach dem obligatorischen Gruppenfoto und der Verabschiedung von den Autofahrern und von Sabine konnten wir uns bei bestem Bikerwetter pünktlich auf den Heimweg machen. Über die gleiche Strecke, wie bei der Anreise, steuerten wir vorbei an unzähligen, typisch belgischen „Rindviechern mit Schweinehintern“ wieder in Richtung Eifel. Anlässlich der ersten Kippenpause stellte Tobi dann erhebliche Inkontinenz am Ölfilter seiner Road King fest und es wurde kurzerhand die Route geändert. Während Peter H. sich mit seiner Gruppe erneute durch die Eifel schlängelte, machte sich Peter S. mit seiner Gruppe auf die Autobahn Richtung Deutschland um einen geeigneten Rastplatz anzusteuern. Nach einem kurzen Zwangsstopp bei der Rennleitung war aber schnell ein Parkplatz gefunden, auf dem wir Tobi mit ruhigem Gewissen in die Obhut der gelben Engel entlassen konnten. Wie sich später herausstellte, war Tobis Ölfilter aufgeplatzt wie ein Wurst (O-Ton Eva ! ). Hansi K., Tom, Mario, Hansi W. und Döppi verabschiedeten sich hier ebenfalls, um ohne Zwischenstopp nach Hause zu „fliegen“. Der Rest absolvierte noch einige Autobahnkilometer bis zum Rasthof Elztal um Tank und Magen mit „Brennstoff“ zu füllen. Der geplant abschließende Stopp in der Hüttenmühle bei Hillscheid war dem Wunsch einiger Biker zum Opfer gefallen, möglichst frühzeitig im heimischen Stall aufzuschlagen. Also erreichten wir am frühen Nachmittag nach einer kleinen, staubedingten Umleitung durch Staffel und Limburg mit teils „heißen Öfen“ die Tankstelle in Beselich. Dort angekommen mussten alle Biker nach Anweisung von „Sister S.“ nochmal auf den Strich für das letzte Gruppenfoto! Vor der allgemeinen Verabschiedung drehten Sven und Sylvia noch eine Videorunde über den Parkplatz und dann löst sich die Truppe in alle Himmelsrichtungen auf!

Abschließend bleibt festzustellen, dass alle Teilnehmer, nicht zuletzt dank der hervorragenden Organisation von Anette und Peter, ein jubiläumswürdiges, tolles Wochenende in Belgien verbracht haben. Die Ardennen hätten uns allen mit etwas mehr Sonne und leicht höheren Temperaturen sicherlich noch besser gefallen! Dafür sind wir aber durch das tolle Ambiente und die Spitzenverpflegung der L’Auberge La Grande Cure vollends entschädigt worden.

Für die kurzweilige 4-Tagestour mit tollen Erlebnissen in netter Gesellschaft bedanken sich mit diesem Bericht.

Fotos von Michael Gleim, Joachim Kling und Helene mit em Sylvia ihr’m Handy

#4Tagestour #LAuberge #Ardennen

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